Wespen

Hilfe! Wespen und Wespennester

Hier ein schönes Beispiel für ein Wespennest.

Wir Imker kennen es schon: Jedes Jahr im August und September erhalten wir Anrufe aus der Bevölkerung mit der Bitte, ein Bienennest weg zu machen.

Diese Seite soll Sie darüber informieren, was in einem solchen Fall getan werden kann.

Zunächst einmal handelt es sich bei Insektennestern hinter einem Rolladen oder auf einer Bühne immer um Wespennester, wenn sie etwa so aussehen, wie auf dem Bild oben.

Wespen bauen ihre Nester aus Papier, das sie aus alten Holzfasern selbst anfertigen. Deshalb sehen ihre Nester aus wie aus Altpapier. 

Die Tiere selbst sind gelb-schwarz geringelt, etwa so wie die Biene Maja aus dem Fernsehen. Deshalb werden Wespen und Bienen fast immer verwechselt, auch von Erwachsenen…

Wie unterscheide ich Wespen von Bienen ?

  • Eine gemeine deutsche Wespe hat eine ganz deutliche Zeichnung in Schwarz und Gelb.
  • Die Beine sind gelb.
  • Hat wenig Haare.
  • Eine Biene ist von brauner Grundfärbung.
  • Hat am Hinterleib gelb bis orange Filzbinden, die zum Ende hin braun werden.
  • Das letzte Beinpaar ist stark verbreitert, so dass Bienen Pollen sammeln können.
  • Hat deutlich mehr Haare als eine Wespe. Diese werden zur Bestäubung von Blüten benötigt.
Bienenwaben

Ein Bienen“nest“ hat keine Schutzhülle und die Waben der Bienen sind aus Wachs gebaut.

Die nächsten Verwanden der Wespen sind die Hornissen. Bei ihnen handelt es sich eigentlich nur um eine sehr große Wespenart. Wie man auf diesen Bildern erkennen kann, sind die Nester der Hornisse aus deutlich hellerem Material aufgebaut. Dies liegt daran, dass die Hornisse kräftigere Mandibeln (Beißwerkzeuge) hat als die Wespe und dadurch in der Lage ist, frisches helles Holz abzutragen und für ihr Papiernest zu verwenden.

Was kann ich tun, wenn sich Wespen bei mir eingenistet haben?

In einem solchen Fall sollten Sie zunächst kühlen Kopf bewahren. Stört Sie lediglich der Anblick oder besteht wirklich Gefahr für Leib und Leben? Immerhin greifen Wespen und Hornissen nicht grundlos an, selbst wenn Sie sehr nah an deren Nester heran gehen. 

Hornissen und Wespen bewohnen ein Nest nur für einen Sommer. Nach dem 1. Frost stirbt das gesamte Volk bis auf die jungen Königinnen vollständig ab. Das alte Nest wird im kommenden Jahr nicht mehr neu besiedelt und zerfällt mit der Zeit. Sie können es also im Januar / Februar gefahrlos entfernen, wenn sie es wollen. Wenn Sie erst im September bemerken, dass Sie den Sommer mit einem Wespen- oder Hornissenvolk unter einem Dach gelebt haben ist es eigentlich schon vorbei mit dem Volk. Das Nest jetzt noch zu bekämpfen bringt nichts mehr. 

Zudem gibt es in Ihrer Umgebung dutzende Wespennester, die Sie nicht bemerken oder finden werden. Deshalb sind um diese Jahreszeit so viele Insekten unterwegs, dass Sie durch die Zerstörung eines Nestes so gut wie nichts erreichen werden.

Ein Wort zum Naturschutz: Hornissennester und Hornissen dürfen nicht beschädigt, gestört, zerstört oder getötet werden, denn sie stehen unter strengem Naturschutz. In diesen Fällen sollten Sie sich an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Böblingen wenden und eine Umsiedelung beantragen oder sie kontaktieren einen Wespenberater. Hier erhalten Sie dann auch alle weiteren Informationen.
Für den Landkreis Böblingen erhalten sie unter der Rufnummer 07031 663-2928  u.a. Informationen zu möglichen Lösungen.

Link zur Naturschutzseite beim Landratsamt in Böblingen
Merkblatt des Landratsamtes zu Wespen und Hornissen
Ausführliche Webseite zum Wespenschutz
Wespen Informationen des BUND
Der Wespenberater
Bußgeldkatalog Wespen (alle Bundesländer)

Frei verkäufliche Wespensprays (Insektizide sind Nervengifte) dürfen nur gegen Nester der Gemeinen und Deutschen Wespe von fachkundigem Personal eingesetzt werden. In Deutschland leben 13 verschiedene Wespenarten die geschützt sind. Außerdem gilt es zu bedenken, daß es sich hierbei um Gift handelt und der Umgang damit nicht ungefährlich ist.

Wespennester entfernt ein Kammerjäger nach Artenbestimmung und ggf. Abstimmung mit dem Landratsamt. Die Kosten liegen bei etwa ca. 200,–EUR (Stand 2018).

Was kann ich tun, wenn sich Bienen bei mir eingenistet haben?

In diesem Fall sollten Sie prüfen, ob Sie wirklich ein Bienennest oder Bienenvolk vor sich haben. In manchen Jahren finden sich hunderte Bienen an einem Platz ein, nur um Wasser zu sammeln oder Honigtau. In diesen Fällen genügt es, die Wasserquelle zu entfernen (z.B. den tropfenden Wasserhahn abzudichten) oder den Honigtau von der Pflanze und dem Bereich darunter mit etwas Wasser und Kernseife weg zu spülen. Die Bienen verschwinden dann nach wenigen Stunden von selbst.

Bei echten Bienenschwärmen oder Bienennestern hilft Ihnen sicher gerne ein Imker aus ihrer Nähe. Es sei denn, das Volk hat sich unglücklicherweise so eingenistet, dass man selbst mit einer Leiter nicht heran kommt oder das Volk nur entfernen kann, wenn man Teile der Fassade zerlegt.
Wenden sie sich an die Webseite der Bienen Schwarmrettung.

Bei einem Bienenvolk, dass sich in unereichbarer Höhe in einem Baum angesiedelt hat, wird der Winter zum Absterben des Volkes führen. Ein solches Volk hat normalerweise keine Überlebenschance im Freien, denn Bienen benötigen für eine erfolgreiche Überwinterung eine Behausung.

Wenn das Volk unbedingt weg muß und vom Imker nicht erreicht werden kann, kann Ihnen nur noch die Feuerwehr helfen. Ein solcher Einsatz ist allerdings recht teuer. Ihre Feuerwehr berät Sie gern.

Noch ein Hinweis unserer Feuerwehr: Die Feuerwehr hat für derartige Fragen eine normale Festnetznummer. Bitte rufen Sie diese an, wenn Sie Fragen zur Beseitigung von unerreichbaren Bienen- und Wespennestern haben und halten sie die Notrufnummern frei.