Honigernte

Erntereife Honigwaben

Honigernte – Wie?

  • Wenn der Honig reif ist (der Wassergehalt sollte unter 18% liegen), kann dieser geerntet werden. Idealerweise entnimmt man den reifen Honig am frühen Morgen und nicht am Abend. Der von den Stockbienen bis zum Abend eingelagerte Honig in den Honigwaben ist noch zu feucht. Bis zum nächsten Morgen haben die Stockbienen den Wassergehalt des Honigs reduziert.
  • Damit man die Stockbienen relativ gefahrlos und ohne Stress aus dem Honigraum bekommt, setzt man eine Bienenflucht zwischen oberer Brutzarge und Honigraum ein. Die Bienen, die sich im Honigraum befinden riechen den Duftstoff ihrer Königin nicht mehr und krabbeln durch die Bienenflucht nach unten in die Brutzarge. Ein Zurück ist dann nicht mehr möglich, solange die Bienenflucht aufgelegt ist.
  • Nach 24 Stunden ist der Honigraum quasi Bienen frei und kann zur Schleuderung abgenommen werden. Bienen, die sich noch im Honigraum befinden, können leicht abgefegt werden. Den Honigraum nimmt man morgens ab.
  • Als Imker sollte man den Wassergehalt des Honigs mit einem Refraktometer überprüfen, bevor die Honigräume abgenommen werden.

Honigernte – Wann?

  • Grundsätzlich ist die Trachtsaison, die Zeit in der Honig geerntet (geschleudert) werden kann, abhängig von der Jahreszeit und dem damit verbundenen Angebot and Blüten und Honigtau.
    • Bei der Frühtracht handelt es sich um den Zeitraum, in dem die Rapsfelder und Obstbäume blühen. Während die Rapsblüte die ergiebigere Tracht darstellt, ist die Obstblüte, die annähernd zum gleichen Zeitpunkt stattfindet, stark von der Witterung abhängig. Die Flugbienen fliegen pro Tag circa zehn Mal aus, um die Blüten zu befliegen und den Nektar aufzunehmen. Eine chemische Veränderung des Nektars erfolgt bereits auf dem Heimflug. Körpereigene Enzyme werden von den Flugbienen hinzugefügt. Der Nektar wird in Trauben- und Fruchtzucker aufgespalten. Es entsteht Invertzucker. Eine Mischung beider Zuckerarten. Dieser wird in die Bienenbeute eingetragen und an die Stockbienen übergeben. Dieser Vorgang dauert ungefähr 30 Minuten. Dort wird der Nektar dann an weitere Stockbienen übergebe, dabei jeweils um Speichel angereichert und durch Flügelfächern eingedickt (Wasser entzogen). Aber Vorsicht. Die eingedickte, Wasser reduzierte Honiglösung ist hygroskopisch (Wasser anziehend). Bei Regen empfiehlt es sich somit nicht die Bienenbeute zu öffnen. Erst wenn der Honig in der Wabe vollkommen verdeckelt ist, ist die Honigwabe luftundurchlässig.
    • Bei der Waldtracht wird das gleiche Prinzip von den Arbeiterinnen angewendet. Es wird Honigtau von Honigtauerzeugern auf verschiedenen Baumarten gesammelt. Da die Waldtracht stark von der Massenvermehrung der Honigtauerzeuger und dem Wetter abhängt, gibt es sie nicht jedes Jahr.

Honigernte – Schleuderung

  • Nach einer guten Tracht stehen dem Imker genügend gedeckelte und damit schleuderreife Honigwaben zur Verfügung. Bevor man die Bienen befreiten Honigräume zur Schleuderung in den Schleuderraum holt, sollte dieser vorbereitet sein.
  • Der Schleuderraum muss in einem hygienisch einwandfreiem Zustand sein. Die Honigschleuder, unser Imkerverein verleiht eine Tangentialschleuder, muss geputzt und sauber sein.
  • Das Entdeckelungsgeschirr, inklusive gebogener Entdeckelungsgabel, ein oder mehrere Siebe und ausreichend Honigeimer müssen zur Verfügung stehen.
  • Die Schleuderung gelingt am besten, wenn die Waben noch Stockwärme aufweisen. Die einzelnen Waben werden entdeckelt und in die Honigschleuder gestellt. Geschleudert wird mit ansteigender Umdrehungsgeschwindigkeit. Das vermindert Wabenbruch.
  • Der geschleuderte Honig fließt dann durch das Doppel- oder Spitzsieb in den sauberen Honigeimer. Wenn dieser voll ist, kann der Honig mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. Der Eimer wird luftdicht verschlossen in einem dunklen, kühlen und trockenen Raum gelagert.

Honigernte – Rühren

  • Generell sollte frisch geschleuderter Honig drei Tage im Honigraum ruhen, damit eingeschlossene Luftbläschen und Wachspartikel aufsteigen, sich unter Frischhaltefolie ablagern und mit ihr entnommen werden können.
  • Danach kann der Honig abgefüllt werden.
  • Man muss sich jedoch im klaren sein, dass speziell Frühtrachthonig, aufgrund seines erhöhten Traubenzuckeranteils innerhalb von Tagen anfängt zu kristallisieren und im Honigglas hart wird. Einen qualitativen Unterschied zum gerührten, feincremigen Honig gibt es nicht. Beim Verzehr von kristallisiertem Honig spürt man lediglich die scharfen Zuckerkristalle auf der Zunge. Viele Kunden mögen das nicht.
  • Damit Honig cremig und damit streichfähig wird, kann man ihn rühren. Dabei empfiehlt es sich zu warten bis der Honig leicht perlmuttfarben wird, der Kristallisationsprozeß begonnen hat. Dann beginnt man den Honig mit einem Rührstab, der in eine leistungsfähige Bohrmaschine eingespannt wird zu rühren. Abhängig von der Art der Rührstäbe muss einmalig oder mehrmalig gerührt werden.

Honigernte – Abfüllen

  • Vor dem Abfüllen erwärmt man den Honig vorsichtig auf maximal 38° Celsius, rührt ihn erneut und füllt diesen dann sofort in den Abfüllbehälter. In diesem sollte der Honig noch mindestens drei Stunden ruhen, bevor er abgefüllt wird.
  • Honigtauhonige (Wald- und Tannenhonig) können nach dem Schleudern und der Ruhezeit sofort abgefüllt werden. Auch diese Honige kristallisieren, aber erst nach Monaten.
  • Akazienhonig kristallisiert nicht.
  • Beim Abfüllen darauf achten, dass die Fließstrecke des Honigs zwischen Quetschhahn und Honigglas kurz ist, damit der Honig keine fremde Gerüche aufnehmen kann.
  • Grundsätzlich erfolgt jede Bearbeitung von Honig in hygienisch einwandfreien Räumen, ohne fremde und ungesunde Gerüche. Honig ist ein Lebensmittel!
  • Der Honig wird in saubere Honiggläser abgefüllt, die auf einer geeichten Waage stehen. Unser Imkerverein besitzt eine geeichte Waage, welche gerne ausgeliehen werden kann.
  • Abgefüllte und verdeckelte Honiggläser werden in einem dunklen, trockenen und kühlen Raum gelagert. Bitte nicht im Kühlschrank lagern.