Das Rähmchen ist der Teil einer Mobilbau Beute, der von den Bienen mit Waben ausgebaut wird. Dies kann von ganz allein passieren, wenn man einen Bienenschwarm in eine Beute einlogiert, in der lediglich diese Rähmchen vorhanden sind. Die Bienen hängen sich dabei zunächst an den Oberträgern mehrerer Rähmchen auf und beginnen unmittelbar damit, Wachswaben herzustellen. Dies kostet die Bienen viel Energie. Der Imker wird den Bienen in der Regel ein wenig dadurch „unter die Flügel greifen“, das er Rähmchen in die Beute gibt, in die er sogenannte Mittelwände eingelötet hat. Dies sind dünne Wachsplatten mit einer Wabenprägung, die von den Bienen zu vollständigen Waben ausgebaut werden. Als Variante können auch bereits von anderen Bienen ausgebaute Waben gegeben werden.
Tipp für den Neuimker
Wenn Sie die Imkerei neu beginnen, sollten Sie ausschließlich geöste Rähmchen mit Hoffmannschenkel und verstärktem und genutetem Oberträger kaufen. Dies gilt auch für die Ersatzbeschaffung. Alles andere ist nicht mehr Stand der Technik und gehört ins Museum. Lassen Sie sich also nicht von einem Altimker für die Entsorgung seiner alten Rähmchen mißbrauchen…
Kosten
Ein fertig gedrahtetes und geöstes Rähmchen mit Hoffmannschenkel und verstärktem Oberträger kostet ca. 1,25 EUR, unfertig in Teilen ca. 0,80 EUR pro Stück.
Sonderformen von Rähmchen
Neben den oben gezeigten heute üblichen Rähmchen für Zander oder Langstroth Maß sollen zwei Sonderformen nicht unerwähnt bleiben. Es handelt sich dabei um den Zuchtrahmen für Königinnen und um das Drohnenrähmchen.
Während es zum Zuchtrahmen keine wirkliche Alternative gibt, kann man für das Drohnenrähmchen auch ein normales Rähmchen verwenden. Man sollte es dann aber ohne die Brutwabe auszuschneiden sofort nach der Entname in einem Dampfwachsschmelzer ausschmelzen.
Der Zuchtrahmen wird zur Königinnenzucht verwendet. Bild 2 unten rechts zeigt einen Zuchtrahmen in der Bestückung mit dem Nicot-System. Der Vorteil dieses Systems sind seine praktischen Schlupfkäfige, mit denen sich die verdeckelten Weiselzellen und später die geschlüpften Jungköniginnen schützen lassen. Zudem lässt sich die Einheit als Transport- und Zusetzkäfig verwenden, wenn man den Deckel öffnet und den Käfig mit Futterteig wieder verschließt.
Auf dem Bild rechts ist der Zusammenbau der Zuchtnäpfchen zu erkennen: Unterteil (1) wird an den Rahmen getrackert, Deckel für den Zusetzkäfig wird aufgesteckt (2) und Näpfchen für die Larve wird in den Deckel gesteckt (3). Danach wird in das Näpfchen umgelarvt und die Weiselzelle (4) sobald wie möglich, d.h. spätestens am Tag der Verdeckelung, verschult, indem der Käfig über die Zelle gestülpt wird (5). Dabei sollten gleichzeitig jeweils ca. 3 Bienen als Begleitbienene eingesperrt werden.
Tipp: Um sich das Umlarven zu sparen und ganz sicher zu gehen, dass die Larven wirklich optimal sind, sollte die Nicotkasette verwendet werden. In diese wird die Königin gekäfigt. Sie legt dann die Stifte direkt in die Näpfchen und die Larven werden von den Arbeiterinnen sofort gepflegt, nachdem sie geschlüpft sind. Danach können die Näpfchen mit den 2-3 tage alten Larven bequem aus der Kasette genommen und in den Zuchtrahmen gesteckt werden – ohne Larven zu beschädigen oder unterschiedlich alte Larven zu erhalten.
Damit die Näpfchen gleich beim ersten mal gut von der Königin angenommen werden, kann die fertig gekauften Weiselnäpfchen kurz mit dem Rand in flüssiges Wachs tauchen. Dieser ca. 1mm breite Wachsrand hilft bei der Annahme der Weiselnäpfchen.
Michael Uhlig
